|
17. Februar. 2012
|
|
|
AWO mahnt zur Vorsicht bei den Plänen der EU-Kommission zur Erhöhung des Renteneintrittsalters
Braunschweig. „Dass die steigende Lebenserwartung für die Sozialsysteme nicht ohne Folgen bleibt, ist klar“, kommentiert der Vorstandsvorsitzende des AWO-Bezirksverbandes Braunschweig, Rifat Fersahoglu-Weber, die Zukunftspläne der EU-Kommission zur Zukunft der Rente, die gestern vorgestellt wurden. „Es ist aber hochgradig ungerecht, dass den heutigen und künftigen Rentnern von der Politik stets vermittelt wird, dass sie nur ein Kostenfaktor seien - ein zu hoher noch dazu“, kritisiert Fersahoglu-Weber, der zugleich auch Vorsitzender des Arbeitskreises Europa der Bundesgeschäftsführerkonferenz der AWO ist.
Die Kommission fordert die EU-Staaten auf, das Rentenalter an die Lebenserwartung zu koppeln und damit das Renteneintrittsalter zu erhöhen. Ein solcher Vorschlag greife aber zu kurz, denn die Voraussetzungen dafür seien nicht gegeben. Fersahoglu-Weber empfiehlt, genauer nach Deutschland zu schauen und auch die negativen Auswirkungen der Anhebung des Rentenalters in den Blick zu nehmen. Nötig ist ein Arbeitsmarkt, der Älteren auch nach Arbeitsplatzverlust Perspektiven für einen Wiedereinstieg bietet. „Wer über 50 ist, hat keine Chance mehr auf einen neuen Job. Für ältere Arbeitslose bedeutet eine Erhöhung des Renteneintrittsalters nichts anderes als eine zum Teil drastische Rentenkürzung“, kritisiert Rifat Fersahoglu-Weber.
Der Vorstandsvorsitzende des AWO-Bezirksverbandes Braunschweig begrüßt aber die Pläne der EU-Kommission, Gelder aus dem EU-Sozialfonds dafür zu nutzen, ältere Menschen länger ins Arbeitsleben einzubinden. „Diese Mittel sollten dazu verwandt werden, alters- und alternsgerechtere Arbeitsplätze, betriebliche Gesundheitsprävention und Weiterbildung zu unterstützen“, fordert Fersahoglu-Weber. |
|
zurück zur Übersicht















