Willkommen bei der AWO

AWO-Psychiatriezentrum




AWO-Psychiatriezentrum

Vor dem Kaiserdom 10

38154 Königslutter

Tel.: 0 53 53 / 90 - 0

Fax: 0 53 53 / 90 - 10 90

poststelle@awo-apz.de

www.awo-psychiatriezentrum.de

www.psychiatrie-akademie.de

 

Träger: AWO Niedersachsen gGmbH


Geschäftsführer: Thomas Zauritz

Tel.: 0 53 53 / 90 - 11 00

Sekretariat: Romy Haase

Tel.: 0 53 53 / 90 - 11 01



Moderne Fachklinik mit Flair





Stellten das AWO-Psychiatriezentrum vor (von links): Monika Hilbert-Jansen (Öffentlichkeitsarbeit und QM), Dr. Rainer Jung (Oberarzt Psychotherapiestationen), Thomas Zauritz (Geschäftsführer der AWO Niedersachsen gGmbH), Dr. Hannelore Kind (Funktionsbereichsleiterin Sozialpsychiatrie) und Dr. Mohammad-Zoalfikar Hasan (Funktionsbereichsleiter Akutpsychiatrie und stellvertretender ärztlicher Direktor). Im Hintergrund ist das Hauptgebäude zu sehen.

Das Image von stationären Psychiatrieeinrichtungen ist in der Öffentlichkeit meist noch immer nicht gerade als positiv zu bezeichnen, doch bereits der erste Eindruck beim Besuch des AWO-Psychiatriezentrums zeigt, dass dies völlig unbegründet ist. Im Gegenteil: Immer wieder begegnen dem Besucher in einer ruhigen, wohnlichen Atmosphäre freundliche Aufenthaltsräume, gemütliche Kuschelecken, warme Farben und Teppichböden. Die Fenster in den oberen Etagen erlauben einen Blick über die herrliche Elmlandschaft.

 

Das ehemalige Landeskrankenhaus wurde 1865 unter anderem deshalb in Königslutter gegründet, weil der dort zu behandelnde Patientenkreis in Braunschweig nicht gern gesehen wurde. Der heutige stellvertretende ärztliche Direktor, Dr. Mohammad-Zoalfikar Hasan, nennt weitere Gründe: „Man war damals der Meinung, dass sich die Nähe zur Natur positiv auf die Genesung auswirkte. Außerdem wurden Psychiatriepatienten in den Krankenhäusern der Stadt gar nicht behandelt.“

 


Spezialisierungen





Die oberen Etagen bieten einen herrlichen Blick über Königslutter. Im vorderen Bereich weitere Teile des Hauptgebäudes.

Im AWO-Psychiatriezentrum sind differenzierte Spezialisierungen auf dreißig Stationen möglich. Das liegt Dr. Hasan zufolge daran, dass es ein so großes Krankenhaus ist.


Das Haus hat 510 Plätze in vorwiegend Zwei- und Dreibettzimmern, beschäftigt 900 Mitarbeiter und bedient in der Region ein Einzugsgebiet mit einer Million Einwohnern. „Da lohnt es sich, ein Konzept für eine Spezialtherapie zu erarbeiten, weil wir durch das große Einzugsgebiet genügend Patienten bekommen, die für die Therapie in Frage kommen“, erläutert Dr. Hasan. „Für kleine Abteilungen ist dies schwierig.“

 

Im AWO-Psychiatriezentrum gibt es für jede seelische Störung ein eigenes Therapiekonzept. Neben traditionellen Angeboten gibt es Spezialisierungen: die Behandlung von Wochenbetterkrankungen mit gemeinsamer Unterbringung von Mutter und Kind, die Therapie von Traumapatienten, die Behandlung von Menschen, die sich selbst verletzen, die Füherkennung von psychischen Erkrankungen, die Therapie von Kombinationen von Drogenmissbrauch und Psychosen oder Sucht und Persönlichkeitsstörungen und vieles mehr.




Gemütliche Ecke in einer Abteilung für Jugendliche

In unterschiedlichen Häusern gibt es diverse offene Abteilungen für Kinder- und Jugendliche sowie für Erwachsene mit unterschiedlichen Krankheitsbildern, aber auch geschlossene Stationen, in denen Patienten gemäß entsprechenden Unterbringungsgesetzen behandelt werden. Allerdings dauert hier der Aufenthalt nur so lange, bis die Patienten nicht mehr sich oder andere gefährden und sich in eine Behandlung einsichtig zeigen. Danach wechseln sie in eine offene Abteilung.

 


Kinder und Jugendliche


 

So ist auch die Kinder- und Jugendpsychiatrie in drei eigenen Häusern mit insgesamt vierzig Plätzen untergebracht. Die Krankheitsbilder der Kinder und Jugendlichen unterscheiden sich von denen erwachsener Patienten.




Hier haben schulpflichtige Patienten Unterricht

Assistenzärztin Jennifer Fieger zählt auf: „Autismus, Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsstörungen, Essstörungen, emotionale Störungen, Trennungsangst, Geschwisterrivalität, aber auch, wie bei Erwachsenen, depressive Störungen oder soziale Ängste.“

 

Während ihres Aufenthaltes im Psychiatriezentrum gehen die Kinder und Jugendlichen in eine kleine Schule, die sich auf dem Gelände befindet.

 


Therapie





Behagliches Ambiente und viel Licht tun der Seele gut

Die Therapiekonzepte in Köngslutter sind vielfältig. Neben den klassischen psychotherapeutischen und medikamantösen Therapien gibt es sozialtherapeutische und ergotherapeutischen Maßnahmen, Krankengymnastik, Lichttherapie, Qi-Gong und Kunsttherapie, für Kinder und Jugendliche auch therapeutisches Reiten.


„Gerade die Arbeitstherapie in der Malerei, der Küche, der Gärtnerei, unserer Schlosserei, der Druckerei oder der Fahrradwerkstatt stellt ein Training für die Patienten dar, um wieder Arbeitskompetenzen zu erwerben“, erläutert Dr. Hannelore Kind, Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie und Fachärztin für Psychotherapeutische Medizin. „Sie müssen oft selbst die einfachen Dinge des Alltags wieder lernen und brauchen hierbei Unterstützung.“

 


Keine Langzeiteinrichtung





Die Patienten sollen sich wohlfühlen

In der Bevölkerung hält sich die Vorstellung, dass das AWO-Psychiatriezentrum eine Langzeiteinrichtung sei und die Patienten auf Dauer hier untergebracht seien. Doch die durchschnittliche Verweildauer beträgt nur 28 Tage. Wobei die Länge der Behandlung aufgrund vieler Faktoren, zum Beispiel der Art der Erkrankung, sehr unterschiedlich ausfallen kann. „Entgiftungsbehandlungen bei Suchterkrankungen und Kriseninterventionen lassen sich relativ schnell durchführen“, erklärt Dr. Kind, „unser Konzept für Patienten mit Selbstverletzungstendenzen hingegen ist für einen Aufenthalt von drei Monaten ausgelegt.“

 

Es gibt auch ausdrücklich Angebote an die Patienten, nach der Behandlung wiederkommen zu dürfen. „Das gilt vor allem für Patienten, die schon früh wiederholt schwerwiegenden Erlebnissen wie etwa Missbrauch ausgesetzt wurden. Für diese Schwergeplagten haben wir zudem einen besonders freundlichen Rahmen in einer eigenen Abteilung geschaffen“, hebt Dr. Jung hervor.




Freundliche Atmosphäre im Wartebereich der Aufnahmestation

Ein weiteres Vorurteil, das sich beharrlich hält: Die meisten Patienten kommen mittels einer Zwangseinweisung nach Königslutter. „Nein!“, betont Dr. Hasan. „Die Mehrzahl der Patienten ist freiwillig hier.“ Das Psychiatriezentrum funktioniert wie jedes andere Krankenhaus auch: Im Notfall kann jeder direkt kommen, ansonsten überweist der Arzt - und das kann auch der Hausarzt sein.


Viele verwechseln auch eine psychische Krankheit mit einer geistigen Behinderung. „Menschen mit geistiger Behinderung leben in unserer Region in der Evangelischen Stiftung Neuerkerode. Bei ihnen handelt es sich um bleibende Schäden, die dauerhaft und angeboren oder erworben sind“, klärt Dr. Kind auf. „Bei uns aber werden psychische Erkrankungen behandelt. Diese sind vorübergehend und behandelbar.“

 


Aus- und Weiterbildung



Das AWO-Psychiatrienzentrum ist auch Weiterbildungszentrum für Ärzte. Sie können hier ihre Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie absolvieren. Diplom-Psychologen können hier ihr Anerkennungsjahr ableisten.


Auf dem Gelände befindet sich auch die Psychiatrie-Akademie. Hier können in der Psychiatrie Tätige Zusatzqualifikationen erwerben. Die Akademie steht nicht nur den Mitarbeitern des AWO-Psychiatriezentrums zur Verfügung, sondern wendet sich auch an externe Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.


In den diversen Häusern auf dem Gelände stehen außerdem jährlich 100 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Zwei Drittel davon befinden sich im Pflegebereich, der Rest in den Bereichen Verwaltung und Handwerk.

 

 

Bergcafé





Kunst und Kommunikation im Bergcafé

Zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt auf dem Gelände ist das Bergcafé geworden. Hier befinden sich eine Bibliothek und ein Internetcafé, hier treffen sich Musikgruppen, werden Mal- und Videoprojekte angeboten, und Selbsthilfegruppen präsentieren sich hier der Öffentlichkeit.


In der Galerie am Berg hatten zunächst nur die Patienten ihre in der Ergotherapie gefertigten Bilder ausgestellt - heute ist sie ein renommierter Ausstellungsort auch für externe, namhafte Künstler, die viele Besucher in die Galerie locken.

 

 

Zukunft



Durch die neue Trägerschaft bei der AWO sind allen Gesprächspartnern zufolge bezüglich fachlicher Zukunftsplanungen zahlreiche neue Möglichkeiten eröffnet worden. „Wir haben viele Ideen“, erklärt Thomas Zauritz, Geschäftsführer der AWO Niedersachsen gGmbH. „Allerdings müssen bei der Umsetzung noch viele Andere mitziehen, so zum Beispiel das Land Niedersachsen.“


Dr. Hannelore Kind freut sich auf die Zusammenarbeit mit den AWO-Einrichtungen in der Region: „Ich hätte nicht gedacht, dass es so viele spezielle Einrichtungen mit so vielen unterschiedlichen Angeboten gibt!“



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