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Demenz-Projekt 2004 bis 2007





Ansprechpartner


Frank Rieke

AWO-Bezirksverband Braunschweig

Peterskamp 21

38108 Braunschweig

Tel.: 05 31 / 21 57 - 188

Fax: 05 31 / 21 57 - 167

E-Mail: rieke@awo-bs.de



Hier finden Sie unseren Flyer mit den Angeboten der AWO in der Region zwischen Harz und Heide zum Thema "Demenz" als pdf-Datei zum Herunterladen oder Ausdrucken.


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Demenzprojekt 2004 bis 2007

 

Der AWO-Bezirksverband Braunschweig als Träger von 12 Wohn- und Pflegeheimen ist beteiligt an einem von der AWO bundesweit initiierten Pilotprojekt "Pflege und Betreuung Demenzkranker in der stationären Altenhilfe".

 

Projektträger ist der AWO Bundesverband. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet durch die Gesellschaft für Organisationsentwicklung und Sozialplanung ("gos").

 

Ziele des Projektes sind die Entwicklung von praxisorientierten gerontopsychiatrischen Handlungsleitlinien und die Schaffung von Gestaltungsgrundlagen zur Etablierung von Qualitätsmanagementsystemen in der Pflege und Betreuung Demenzerkrankter in der stationären Langzeitpflege.

 

Innerhalb dieses beim AWO-Bezirksverband Braunschweig angesiedelten Projektes fungiert das AWO-Wohn- und Pflegeheim Braunschweig-Querum als Piloteinrichtung, während sich alle anderen AWO- Wohn- und Pflegeheime der Region als Begleiteinrichtungen beteiligen.

 

Ausgangspunkt des Projektes ist eine differenzierte Analyse, die den derzeitigen Ist-Zustand bezüglich der Betreuung Demenzerkrankter der Piloteinrichtung bestimmt. Dazu wurde eine Erhebung mittels Fragebogen durchgeführt, deren Ergebnisse die derzeitige Pflege- und Betreuungsqualität dementiell erkrankter Bewohner/-innen aus Sicht von Angehörigen/Betreuern, Ärzten und Mitarbeitern aufzeigt.

 

In einem zweiten Schritt wurden Interviews mit verantwortlichen Mitarbeiter/-innen (Wohnbereichsleiter, Pflegedienstleiter, Einrichtungsleiter - Leitungsteam) geführt und die Einrichtung vor Ort durch die "gos" besichtigt. Beides - also die Ergebnisse der Befragungen und der Interviews - wurden in einem durch die "gos" erstellten Gutachten zusammengefasst, das objektive Defizite in der Betreuung und Pflege an Demenz erkrankter Bewohner/-innen sowie Entwicklungs- und Verbesserungspotentiale aufzeigt.

 

In gemeinsamen Beratungen mit der "gos" hat das Leitungsteam der Piloteinrichtung einen Maßnahmeplan entwickelt, mit dem ein zweiter Wohnbereich, des AWO-Wohn- und Pflegeheim Querum, sehr gezielt zu einem Wohnbereich zur spezialisierten Dementenbetreuung umstrukturiert wird.

 

Dieser Bereich wird nach den besonderen Bedürfnissen der Bewohner/-innen gestaltet (Milieugestaltung) und der Tagesablauf bedarfsorientiert strukturiert. Im Mittelpunkt steht dabei die/der einzelne Bewohner/-in, mit ihrem/seinem individuellen Bedarf an Unterstützung und Begleitung. Grundlage der Tagesstrukturierung sind die bereits vorhandenen tagesstrukturierenden Elemente der Einrichtung wie grundpflegerische Tätgkeiten und die Mahlzeiten. Hinzu kommen geplante, wertschöpfende Angebote wie z.B. hauswirtschaftliche Betätigung oder andere für die/den Bewohner/-in sinnvolleTätigkeiten.

 

Dabei kommt es nicht auf von Bewohner/-innen erzielte (produktive) Ergebnisse an, sondern primär auf von Bewohner/-innen als sinnbringend erlebte Tätigkeiten. Auf diese Weise sollen dementielle Erkrankungen nicht mehr nur noch aus einer pathogenen Perspektive betrachtet, sondern als eine Lebensform akzeptiert werden können. Damit verbunden ist eine weitere Schwerpunktsetzung innerhalb des entwickelten Maßnahmeplanes: die entsprechende Qualifizierung der Mitarbeiter/-innen.

 

Dies beinhaltet unter anderem die Fortbildung von Mitarbeiter/-innen speziell zum Krankheitsbild "Demenz". Ein wertschätzender Umgang mit Menschen mit dementiellen Erkrankungen erfordert Verstehen und Verständnis und muss in einer entsprechenden Grundhaltung Ausdruck finden. Methodisch soll den persönlichkeitsveränderten dementiell erkrankten Bewohner/-innen mit Hilfe der integrativen Validation (IVA) begegnet werden. Mit der IVA werden die Gefühle und Antriebe der betreffenden Bewohner/-innen nicht nur benannt, sondern bestätigt und für gültig erklärt. Auf diese Weise lassen sich Zugänge zu den veränderten Erlebniswelten der Betroffenen finden, die sich dadurch ernst genommen und verstanden fühlen.

 

Die Mitarbeiter/-innen werden durch entsprechende Fortbildungen schrittweise an diese Methode herangeführt.

 

Innerhalb des Projekts haben wir 600 Mitarbeiter/-innen (2/3 aller Mitarbeiter/-innen der AWO-Wohn- und Pflegeheime) fortgebildet zu den Themen:

 

  • Die Arbeit mit demenziell erkrankten Menschen
  • Das Krankheitsbild „Demenz“
  • Der Umgang mit demenziell erkrankten Menschen
  • Der MMST–Test
  • Mahlzeitenmilieu
  • und in Workshops zum Thema „Integrative Validation“.

Parallel hierzu werden Erfahrungen und Erkenntnisse der Piloteinrichtung auch in den Begleiteinrichtungen umgesetzt, wie beispielsweise Tagesstrukturierung, Mahlzeitenmilieu, der MMST-Test oder Raum- und Milieugestaltung.



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