Fersahoglu-Weber im Vorstand des neu gegründeten Europäischen Arbeitgeberverbandes Sozialwirtschaft

Brüssel/Braunschweig. Ein Europäischer Arbeitgeberverband in der Sozialwirtschaft wurde jetzt in Brüssel gegründet. Einziges deutsches Gründungsmitglied der neuen Federation of European Social Employers (FESE) ist der Arbeitgeberverband AWO Deutschland, dessen Vorsitzender Rifat Fersahoglu-Weber ist. Weitere Verbände wollen folgen. Fersahoglu-Weber, der auch Vorstandsvorsitzender des AWO-Bezirksverbandes Braunschweig ist, wurde in das Board (vergleichbar mit Vorstand) der FESE gewählt.

 

Außer Deutschland gehören Belgien, Frankreich, Österreich, Spanien und Tschechien zu den Gründungsmitgliedern der FESE. Verbände aus neun weiteren EU-Staaten haben ihr Interesse angemeldet. Die Gründung der FESE wurde von Seiten der Europäischen Kommission sehr begrüßt.

 

Rifat Fersahoglu-Weber zur Gründung des Europäischen Arbeitgeberverbandes in der Sozialwirtschaft:

 

„In der Europäischen Union ist der Gesundheits- und Sozialdienstsektor von großer Bedeutung: Über 10 Prozent aller Erwerbstätigen in der EU sind in diesem Bereich beschäftigt. Damit ist der Sektor nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, sondern leistet darüber hinaus einen wertvollen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt innerhalb der Mitgliedstaaten.

 

Gemeinsame Tarifverträge auf europäischer Ebene werden nicht angestrebt. Aber: Wir wollen in den Dialog mit den europäischen Gewerkschaften und der Europäischen Kommission kommen, um gemeinsame Regelungen unter Berücksichtigung nationaler Interessen zu treffen. Unser deutsches System zwischen Markt und gemeinnützigen Dienstleistungen kann hier Vorbild sein.

 

Bisher verfügten die Arbeitgeber in der Freien Wohlfahrtspflege über keine Möglichkeit der politischen Einflussnahme auf EU-Ebene. Der Arbeitgeberverband AWO Deutschland (AGV) hat sich in Zusammenarbeit mit dem AWO-Bundesverband im Projekt PESSIS (https://www.socialserviceseurope.eu/pessis-iii) von Anfang an dafür eingesetzt, dass die Interessen der Sozialwirtschaft eine stärkere Stimme bekommen. Die Gründung der FESE ist hierfür ein erster wichtiger Schritt.

 

Ziel des Verbandes ist es, den Dialog zwischen den Mitgliedern zu fördern und wichtige Grundsatzentscheidungen auf europäischer Ebene gemeinsam zu bewerten. Im Rahmen des Europäischen Sozialdialogs wollen wir politische Prozesse aktiv begleiten. Im Austausch mit den Sozialpartnern soll hiervon der gesamte Bereich der Sozialwirtschaft profitieren. Für dieses Ziel wird sich der AGV als Gründungsmitglied der FESE in Zukunft einsetzen.“