Mit frischen Ideen gesellschaftliche Teilhabe organisieren

Foto Die Jury (unten, von links): Miriam Herzberg (Eintracht Braunschweig Stiftung), Rifat Fersahoglu-Weber (AWO-Bezirksverband Braunschweig), Christiana Steinbrügge (Landrätin Landkreis Wolfenbüttel), Angelika Schwarz (AWO-Unternehmensbetriebsrat), Norbert Kunz (Social Impact). Ideengeber (oben, von links): Frieda Haberlach, Mario Schütz, Martin Stützer, Vera Kimpel, Gabi Schöttke, Claas Wiechmann, Kerstin Metke, Besart Lahu, Astrid Weinrich und Jessica Reinecke.

Braunschweig. Jetzt stehen sie fest: Die Ideen, die von AWO-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern im AWO-Innovationslabor weiterentwickelt werden. Alle AWO-Beschäftigten waren aufgerufen, ihre Ideen zu sozialer Innovation einzureichen, zwölf davon kamen in die engere Wahl und wurden jetzt von den Ideengebern auf einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt. Acht Ideen wurden von einer Jury für die Weiterentwicklung ausgewählt. 

 

„Wir wollen mit frischen Ideen gesellschaftliche Teilhabe organisieren“, fasst AWO-Vorstandsvorsitzender Rifat Fersahoglu-Weber den Anlass für die Gründung des AWO-Innovationslabors zusammen. „Wir wollen einen Rahmen bieten, damit sich gute Innovation durchsetzen kann. Mit unseren Experten, die wir im Verband haben, werden wir viele tolle Projekte voranbringen.“ Die eingereichten Ideen zeigten, wieviel Bewegung im AWO-Bezirksverband sei. „Herzlichen Dank, dass Sie mitgemacht haben!“

 

Dass die AWO ein Innovationslabor aufbaut, habe sich bereits herumgesprochen und zeige Wirkung: „Wir bekommen inzwischen hervorragende Bewerbungen von Menschen, die gezielt in einem innovativen Verband wie der AWO arbeiten wollen.“

 

Diese Projekte wurden zur Weiterentwicklung ausgewählt:

 

Ausbildung und Wohnen – Kleine Miete, große Zukunft. Ein modernes Schulungszentrum für angehende Pflegekräfte mit ansprechendem bezahlbarem Wohnraum soll das Image des Pflegeberufs verbessern. Ideengeberin Vera Kimpel weiß aus Studien: „Von Auszubildenden, die in einem Wohnheim wohnen, brechen vierzig Prozent weniger ihre Ausbildung ab.“

 

Inklusionscafé angegliedert an ein Pflegeheim. In einem eigenen Gebäude soll psychisch kranken Menschen ein Arbeitsplatz geboten und Bewohnern von Wohn- und Pflegeheimen die Gelegenheit gegeben werden, an der Gesellschaft teilzuhaben. „Morgens das Butterbrot für die Arbeit schmieren, am Ende des Monats Gehalt bekommen – das ist Teilhabe“, beschreibt Mario Schütz einen Aspekt seiner Idee.

 

Kochfreu(n)de. Im Glashaus des Sozialpsychiatrischen Zentrums der AWO in Braunschweig soll eine Begegnungsstätte mit Bistrobetrieb von und für Menschen unterschiedlicher Kulturen und mit unterschiedlichen Handycaps entstehen. Frieda Haberlach und Martin Stützer sowie ihr Team von der AWO-Migrationsberatung verteilten nach ihrer Präsentation selbst hergestelltes Fingerfood aus aller Welt, um die Jury von ihrer Idee zu begeistern.

 

Treffpunkt inklusiv. Entwickelt werden soll eine barrierefreie Anlaufstelle für junge und alte Menschen mit Einschränkungen, in der sie sich aufhalten, austauschen und voneinander profitieren können. Gabi Schöttke kennt eine 45-jährige Frau, die auf den Rollstuhl angewiesen ist, mit ihren zwei Kindern in einer nicht barrierefreien Wohnung lebt und eine Depression entwickelt hat. „Wie soll sie an der Gesellschaft teilnehmen?“, fragt sie.

 

Medienwerkstatt für Jung und Alt. Junge und alte Menschen sollen in therapeutischen Projekten die Welt der digitalen Medien mit Schwerpunkt Film und Foto kennenlernen. Claas Wiechmann hat mit Jugendlichen schon Roadmovies über ihre eigene Geschichte gedreht: „Sie bekamen dadurch ein ganz neues Gefühl für sich und ihre Außenwirkung.“

 

AWO-App. Die App soll Menschen näher an die AWO heranbringen, Angebote bekannt machen und Mitglieder akquirieren. Ideengeber Besart Lahu hat in seinem Heimatland, dem Kosovo, bereits Erfahrungen mit App-Entwicklungen gesammelt.

 

Zu fit fürs Altenheim. In einer Einrichtung für 50- bis 70-jährige geistig fitte Menschen mit körperlichen Einschränkungen sollen für diese Personengruppe passende Angebote geschaffen werden. Kerstin Methke und Jessica Reinecke wissen aus ihrem Wohn- und Pflegeheim, dass die Tagesabläufe eines Pflegeheims nicht zu der beschriebenen Pesonengruppe passen und es auch oft zu Konflikten zwischen älteren und jüngeren Bewohnern kommt.

 

Kimopic (Kindergarten-Motion-Picture). Eine App soll mit Erklärfilmen und in verschiedenen Sprachen auf einfache Weise die Abläufe in AWO-Kindertagessätten erklären. „Warum kommt mein Kind, das ich morgens sauber in der Kita abgegeben habe, nachmittags schmutzig zurück?“, wurde Kita-Leiterin Astrid Weinrich von Müttern schon gefragt. So kam sie auf die Idee mit der Erklär-App.

 

So geht es weiter:

 

Anfang 2018 beginnt das Arbeiten im Innovationslabor auf dem AWO-Kampus am Peterskamp in Braunschweig. Innerhalb von 8 Monaten entwickeln die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Ideen mit Hilfe von Coaches, Mentoren und Fachexperten sowie in Workshops weiter. Die besten Ideen werden anschließend umgesetzt.

 

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