Ideen lernen schwimmen

(Vorn, v. l.)AWO-Vorstandsvorsitzender Rifat Fersahoglu-Weber, AWO-Präsidiumsvorsitzende Gabriele Siebert-Paul, Nds. Sozialministerin Dr. Carola Reimann und Oberbürgermeister Ulrich Markurth mit AWO-Projektleiterin Dr. Ingrid Kleinert (ganz links in Rot) und Teilnehmerinnen und Teilnehmern der ersten sieben Projekte im AWO-ThinkPool.

Talk-Runde zur Einweihung des AWO-ThinkPools.

Braunschweig. Niedersachsens erstes Innovationslabor für soziale Innovationen der freien Wohlfahrtspflege ist eröffnet: Der AWO-Bezirksverband Braunschweig ließ nach achtmonatiger Bauphase den Vorhang fallen und taufte das umgebaute, ehemalige Schwimmbad auf dem AWO-Kampus am Peterskamp auf den Namen „AWO-ThinkPool“. Hier sollen nun, so AWO-Vorstandsvorsitzender Rifat Fersahoglu-Weber, „neue soziale Ideen das Schwimmen lernen.“

 

Auch Niedersachsens Sozialministerin Dr. Carola Reimann griff das Bild auf: „In Arbeitsalltagen ist es für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schwierig, Ideen weiterzuentwickeln. Hier haben sie Zeit und Raum, um Ideen wachsen zu lassen und ihnen das Schwimmen beizubringen in alltäglichen und auch raueren Gewässern.“

 

AWO-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter haben im Rahmen des AWO-Innovationslabors die Gelegenheit, ihre Ideen zu sozialen Dienstleistungen einzureichen und nach einem Auswahlverfahren im AWO-ThinkPool weiterzuentwickeln. Sieben Projekte sind bereits in Arbeit und können nun in den neuen Räumen vervollkommnet werden.

 

Poetry-Slammer Dominik Bartels bezeichnete in seiner Darbietung die Einrichtung eines Innovationslabors als Vertrauensvorschuss: „Vertrauen darauf, dass die vielen Talente, Begabungen, Fähigkeiten und Stärken innerhalb der AWO das Potential haben, Lösungen und Impulse zu erarbeiten, die weit in die Zukunft hinein eine Wirksamkeit entfalten.“ In diesem Sinne wünschte er allen Beteiligten „einen stets offenen Geist, ein offenes Herz und dass sie in diesem ThinkPool in guten Einfällen baden mögen“.

 

In einer Talk-Runde mit Oberbürgermeister Ulrich Markurth erläuterte Fersahoglu-Weber die Stärken des Innovationslabors: „Die Teilnehmer holen sich ein direktes Feed Back von den Kunden und entwickeln die Projekte gemeinsam mit den Nutzern.“ Ein weiterer Schwerpunkt sei die Vernetzung mit Partnern, die über das notwendige Knowhow verfügten. Oberbürgermeister Markurth pflichtete aus der Perspektive der Stadt bei: „Wir brauchen das Knowhow der Sozialwirtschaft, die Wirtschaftsunternehmen sind dafür längst geöffnet.“

 

Auch die Digitalisierung der AWO wird im ThinkPool vorangetrieben. Soziale Arbeit werde aber weiterhin von und mit Menschen geschehen, sagte der AWO-Vorstandsvorsitzende. „Technik kann aber zur Entlastung beitragen, beispielsweise Programme für die Pflegedokumentation, die wir bereits einsetzen.“ Den Pflegeroboter-Prototypen ‚Pepper‘ des Uni-Klinikums Halle, der sich derzeit noch in der Testphase befindet, bezeichnete Fersahoglu-Weber als „symapthisches Kerlchen. Vielleicht nicht in der Pflege, aber in der Betreuung könnte er eingesetzt werden. Wir sollten aufgeschlossen sein.“

 

Oberbürgermeister Markurth kennt das Schwimmbad noch aus früheren Zeiten: „Es überwältigt mich, was daraus gemacht wurde! Schön, dass alte Reminiszenzen an das Bad noch erhalten blieben, wie etwa die alten Fliesen auf dem Boden und die Bullaugen.“ Mit Anspielung auf die geringe Größe des früheren Bades sagte er: „Ich wünsche viele Freischwimmer, hier sind viele Wenden gefragt!“

 

Der AWO-ThinkPool hat auf 300 Quadratmetern über 3 Ebenen ein Amphitheater und eine weitere Fläche für jeweils 30 Personen, zwei Besprechungsräume für je 10 Personen, einen kleinen Raum als Rückzugsort, eine offene Küche und Lagerräume. Ein Aufzug führt in alle Ebenen. Zum ThinkPool gehört auch ein Außengelände.