Chronik über 100 Jahre AWO in der Region Braunschweig

Präsentierten das AWO-Buch "Wandel durch Innovation" (v. l.): Autor Hansjörg Pötzsch, AWO-Präsidiumsvorsitzende Gabriele Siebert-Paul und (stehend) Laudator Sigmar Gabriel.

Braunschweig. „Wandel durch Innovation. 100 Jahre Arbeiterwohlfahrt in der Region Braunschweig“ lautet der Titel eines Buches, das der Historiker Hansjörg Pötzsch anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Arbeiterwohlfahrt (AWO) für die AWO geschrieben hat. Es wurde jetzt im Rahmen der großen Jubiläumsfeier „Tag der AWO“ auf dem Braunschweiger Schlossplatz im Roten Saal des Braunschweiger Schlosses vorgestellt.

 

In ihrer Begrüßungsrede erklärte AWO-Präsidiumsvorsitzende Gabriele Siebert-Paul, dass Hansjörg Pötzsch bereits weitere Chroniken über die Braunschweiger AWO-Geschichte erstellt habe, die tiefe Einblicke in verschiedene Entwicklungsphasen der AWO gäben. Aber: „Unsere Motivation war es, zum Jubiläumsjahr die 100-jährige Geschichte der AWO in der Region Braunschweig in einem Buch zusammenzufassen.“

 

Seit der Gründung der AWO als Selbsthilfeorganisation durch die Reichstagsabgeordnete und Frauenrechtlerin Marie Juchacz vor hundert Jahren habe sich der Verband zu einem der größten und bedeutendsten sozialen Dienstleistungsunternehmen der Region weiterentwickelt. Sie stelle sich dem täglichen Spagat, sowohl wirtschaftliche Herausforderungen zu meistern als auch den Grundwerten der AWO - Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Toleranz - weiterhin gerecht zu werden. Diesen Spannungsbogen habe der Autor in seiner jüngsten AWO-Chronik eindrucksvoll und anschaulich dargestellt.

 

Laudator Sigmar Gabriel beschrieb die AWO-Gründerin als eine Persönlichkeit, die unglaublich Großes geleistet habe. „Die Weißnäherin und Schneiderin Marie Juchacz zeigte, dass Herkunft nichts mit Haltung zu hat.“ Die AWO könne auf eine stolze Geschichte zurückblicken. „Ich bin stolz, dass ich seit 1977 AWO-Mitglied bin.“ Die AWO sei das sozialpolitische Gewissen der Sozialdemokratie und zudem ein Freiheitsprojekt. „Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass jedes Leben gelingen kann, egal, in welche Bedingungen jemand hineingeboren wurde.“

 

Abschließend wagte Gabriel einen Blick in die Zukunft und fragte: „Wie wird die Arbeiterwohlfahrt wohl in 50 Jahren heißen? Workers Welfare oder Benefit? Hoffentlich noch Association und nicht etwas mit Limited oder AG.“

 

Autor Hansjörg Pötzsch ging in seinem Vortrag auf den Buchtitel „Wandel durch Innovation“ ein. Schon die Gründung der AWO durch eine alleinstehende Frau mit zwei Kindern mit anschließendem flächendeckenden Ausbau einer sozialdemokratischen Aufbauhilfe sei ein innovativer Akt gewesen.

 

Am Beispiel der Altenhilfe verdeutlichte Pötzsch den stetigen Wandel, den die AWO immer wieder vollzog. „Die Wohlfahrtspflege konnte sich nicht mehr allein auf das Ehrenamt stützen. Der notwendig gewordene Betrieb sozialer Einrichtungen verlangte nach gut ausgebildeten fest angestellten Fachkräften.“ Heute zeige sich der Wandel in immer wieder neuen Angeboten der Altenhilfe, die über die stationäre Unterbringung weit hinausgehe und den Seniorinnen und Senioren mehr Freiheit ermögliche, wie etwa Betreutes Wohnen, ambulante Pflege, Tagespflege oder Kurzzeitpflege.

 

Soziale Innovationen würden seit 2017 auch im AWO-Innovationslabor „ThinkPool“ entwickelt und vorangetrieben. „Es waren und sind die sich stetig verändernden gesellschaftlichen Bedürfnisse und sozialpolitischen Rahmenbedingungen, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AWO und deren Kreativität immer wieder aufs Neue fordern und zeitgemäße und innovative Einrichtungen, Dienste und Angebote entstehen lassen.“

 

Hansjörg Pötzsch

Wandel durch Innovation

100 Jahre Arbeiterwohlfahrt in der Region Braunschweig

155 Seiten

15 Euro zzgl. Versandkosten

Erhältlich nur beim AWO-Bezirksverband Braunschweig,

info@awo-bs.de, Tel. 05 31 / 3908 - 0   

 

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