Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien

Salzgitter. Angesichts der weiter anhaltenden Pandemie und des Lockdowns ist das Thema „Kinder aus suchtbelasteten Familien“ noch aktueller geworden. Etwa jedes sechste Kind unter 18 Jahren kommt in Deutschland aus einer Familie, in der Alkoholismus oder Drogenabhängigkeit herrschen. Das betrifft rund 2,65 Millionen Kinder in der Bundesrepublik.


Jennifer Kahnt, Präventionsfachkraft aus der AWO-Salto-Suchthilfe Salzgitter, sagt: „Für die Kinder bedeutet Sucht eines oder beider Elternteile immer, dass sie in einer Atmosphäre von Unsicherheit und Angst aufwachsen. Oft fehlt diesen Kindern eine verlässliche Bezugsperson. Die Forschung hat jedoch gezeigt, dass sich diese Kinder mit der richtigen Unterstützung zu gesunden Erwachsenen entwickeln, denn sie sind extrem widerstandsfähig und haben vielfältige Begabungen und Kompetenzen.“

Der größte Schutzfaktor für Kinder suchtkranker Eltern ist die Zuwendung von vertrauenswürdigen Erwachsenen außerhalb ihrer Kernfamilie. Das können Oma, Opa, Tante oder Onkel sein, ebenso aber Lehrer*innen, Erzieher*innen, Kinderärzt*innen, Sporttrainer*innen, Jugendgruppenleiter*innen oder Sozialarbeiter*innen oder auch Nachbar*innen. In der aktuell herrschenden Zeit der sozialen Isolation ist es für diese Kinder noch schwieriger geworden, Unterstützung zu erhalten.

Deshalb möchte die AWO-Salto-Suchthilfe Salzgitter dieses Jahr zur Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien vom 14. bis 20. Februar die Aufmerksamkeit von Öffentlichkeit und Medien auf diese mehr als 2,6 Millionen Kinder lenken. Dazu bietet die Einrichtung für Suchthilfe in der Berliner Straße 78 in Salzgitter Lebenstedt eine digitale Informationsveranstaltung für alle Interessierten rund um das Thema an.

Am Donnerstag, 18. Februar, von 18 Uhr an wird es eine Online Veranstaltung geben, an der alle Menschen, die sich für das Thema interessieren oder helfen möchten, teilnehmen können. In der Veranstaltung soll über die Mechanismen, die in Suchtfamilien herrschen, aufgeklärt werden und vor allem darüber, wie diese Kinder zu erkennen sind und wie ihnen bestmöglich geholfen werden kann.

Anmeldungen können per E-Mail über jennifer.kahnt@awo-bs.de vorgenommen werden.


Die beiden Vereine "NACOA Deutschland" (Berlin) und "Such(t)- und Wendepunkt" (Hamburg) sind die Initiatoren der Aktionswoche.