Roboter wird bald in AWO-Heimen getestet

(Von links): Rifat Fersahoglu-Weber (AWO-Vorstandsvorsitzender), Kai Florysiak (Geschäftsführer Metropolregion) und Reinhard Gerndt (Ostfalia) mit Roboter CruzR.

Region Braunschweig. Dem AWO-Bezirksverband Braunschweig wurde jetzt von seinem Projektpartner, der Metropolregion Hannover, Braunschweig Göttingen Wolfsburg, im Rahmen der vom ArL Leine-Weser geförderten InCa4D-Entwicklungsplattform der Roboter CruzR übergeben. Der humanoide Roboter wurde von der Metropolregion für den Einsatz im Innovationsprojekt beschafft und wird im Fachbereich Informatik der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften für den Einsatz im Besuchermanagement in AWO-Wohn- und Pflegeheimen der Region Braunschweig mit ersten Basisfunktionen programmiert.

 

Der humanoide Roboter soll für Pflegeszenarien eingesetzt werden, die in Workshops gemeinsam mit Pflegekräften, Bewohner*innen und Angehörigen weiterentwickelt werden. „Wir haben als Projektpartner eine unmittelbare Anwendungsmöglichkeit und freuen uns sehr über die Chance, diese mit dem CruzR weiterzuentwickeln“, so Rifat Fersahoglu-Weber, Vorstandesvorsitzender des AWO-Bezirksverbandes Braunschweig.

 

„Mit dem CruzR bringen wir innovative Technologie in die Pflege. Das entlastet Menschen und stärkt auch durch die enge Zusammenarbeit der Akteure in unserer Metropolregion langfristig gesehen die Wettbewerbsfähigkeit“, so Kai Florysiak, Geschäftsführer der Metropolregion.

 

Zu Beginn soll der Roboter auf Empfangstätigkeiten spezialisiert werden. „Gerade in der akuten Pandemiesituation wollen wir das Eintragen von Infektionen in Pflegeeinrichtungen reduzieren. Der Roboter kann demnach Personen begrüßen, nach einem Corona-Testergebnis fragen und sie entweder zum Test-Zimmer oder dem Zimmer des Patienten führen“, erläutert Reinhardt Gerndt, Professor für Informatik und Robotik an der Ostfalia Hochschule.

 

Die Wahl fiel auf Standard-Roboter CruzR, der bereits in asiatischen Ländern in der Pflege zum Einsatz kommt. „Der Roboter soll unsere Pflegekräfte entlasten, das ist ein erheblicher Aspekt in Zeiten des Fachkräftemangels!“, sagt Rifat Fersahoglu-Weber. „Durch die Corona-Pandemie ist die Lage derart angespannt, dass wir Unterstützung von der Bundeswehr benötigen.“ Davor, dass durch den Roboter-Einsatz Fachkräfte ersetzt würden, müsse also niemand Angst haben. Im Gegenteil: „Die Pflegekräfte können sich durch die Entlastung wieder ausschließlich ihrer eigentlichen Aufgabe widmen: der Pflege!“, ergänzt Timo Böhm, Bereichsmanager Senioren & Pflege beim AWO-Bezirksverband Braunschweig.

 

„Das Projekt ist wichtig für die Zukunft der Pflege, in der der Mensch im Mittelpunkt steht“, ist auch Reinhardt Gerndt überzeugt.