Gebührenfreiheit war der erste Schritt – jetzt muss die Qualität Thema werden!

Zum Inkrafttreten der Kita-Gebührenfreiheit für drei- bis sechsjährige Kinder erklärt die Landesarbeitsgemeinschaft der AWO Niedersachsen:

 

Die Abschaffung der Elternbeiträge in Kitas ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Bildungsgerechtigkeit. Für viele Familien ist die Gebührenfreiheit eine deutliche finanzielle Entlastung. Die kurzfristige Umsetzung der Gebührenfreiheit war für uns als Träger von Kindertagesstätten ein Kraftakt, der dank des Engagements aller Beteiligten gelungen ist.

 

Jetzt gilt es, dieselbe Energie in die Weiterentwicklung der Qualität in den frühkindlichen Bildungseinrichtungen zu investieren. Die dringendste Herausforderung ist die Bekämpfung des Fachkräftemangels. Der "Niedersachsen-Plan: Mehr Fachkräfte für die Kita!", den die Niedersächsische Landesregierung zum Schuljahr 2018/2019 umsetzt, ist ein guter Anfang.

 

Um allen Kindern in Niedersachsen gleiche Startchancen zu ermöglichen, bedarf es noch größerer Anstrengungen. Mit der Veränderung der Gesellschaft verändern sich auch die Anforderungen an die Kindertagesstätten. Deshalb müssen Verbesserungen der Fachkraft-Kind-Relation und der Gruppengrößen, der Leitungsfreistellungsstunden und der Vor- und Nachbereitungszeiten der Fachkräfte genauso wie verbindliche finanzielle Regelungen für Vertretungskräfte und die Fachberatung Thema werden. Für gute Bildung: Kinder, Eltern und Mitarbeitende brauchen eine umfassende Reform und Weiterentwicklung des Niedersächsischen Kindertagesstättengesetzes! Die zusätzlichen Spielräume, die sich aus den bundespolitisch anstehenden Förderungen ergeben, sollten dringend in diesem Sinne genutzt werden.