Haus am Elm

Ambulant Betreutes Wohnen für Menschen mit seelischen Behinderungen

Wenn Sie unter einer chronischen psychischen Erkrankung oder seelischen Behinderung leiden, die Ihnen ein eigenständiges Leben unmöglich macht, können wir Ihnen mit dem Ambulant Betreuten Wohnen helfen. Das trifft auch zu, wenn Sie zum ersten Mal erkrankt sind und ohne Unterstützung einen ungünstigen Krankheitsverlauf zu erwarten haben. Das Ambulant Betreute Wohnen kann eine gute Alternative zum Leben in einer Einrichtung sein.

Zwei Frauen gehen durch eine Tür

Ziel dieser Maßnahme ist, Ihnen eine weitgehend eigenständige Lebensführung in Ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen. Die Dauer der Betreuung variiert von vorübergehend bis im Einzelfall ein Leben lang. Auch nach einem Wohnheimaufenthalt ist diese Betreuung sinnvoll, um den psychischen Gesundheitszustand zu stabilisieren, ein neues Leben in normalen Bezügen aufzubauen und wieder am gesellschaftlichen Miteinander teilzuhaben.

 

Die rechtliche Grundlage für das Ambulant Betreute Wohnen als Hilfe zur Selbständigkeit außerhalb von Einrichtungen ist das SGB XII/ Eingliederungshilfe. Zusätzliche Hilfen zur Eingliederung sind möglich: z. B. der Besuch einer Tagesstätte oder einer Werkstatt für behinderte Menschen nach §§ 53 ff SGB XII in Verbindung mit § 55 Abs.2 Ziff. 6 SGB IX.

Aufnahmeverfahren

Als Interessierte müssen Sie 18 Jahre alt sein. Eine wesentliche Voraussetzung für die Teilnahme ist Ihre Motivation sowie Ihre Einwilligung in die vertraglich geregelte Betreuung. Sie sollen in der Lage sein, Absprachen zu treffen und weitgehend einzuhalten. Ein Mindestmaß an lebenspraktischen Fähigkeiten und sozialen Kompetenzen sind erforderlich. Nicht aufnehmen können wir zur Zeit Menschen mit vordergründig bestehender Suchtproblematik, Selbstmordgefährdung sowie schweren geistigen und körperlichen Behinderungen.

Zwei Frauen sitzen in Sesseln und unterhalten sich

Zu Beginn klärt ein Gespräch die Inhalte und Ziele des Ambulant Betreuten Wohnens, die örtlichen Gegebenheiten und die Voraussetzungen für die Aufnahme. Im nachfolgenden persönlichen Gespräch mit Ihnen bzw. Ihren gesetzlichen Vertretern (und eventuell den an der psychosozialen Versorgung beteiligten Personen) wird über Ihre Erkrankung und deren Verlauf sowie Ihren bisherigen Lebensweg gesprochen. Eine sozialpsychiatrische Stellungnahme über die Notwendigkeit professioneller psychosozialer Hilfen ist erforderlich. Darauf aufbauend und mit Ihren individuellen Vorstellungen werden die Ziele und Maßnahmen der Betreuung festgelegt.


Die zuständigen Kostenträger werden rechtzeitig informiert. Der Hilfebedarf und der Umfang der Betreuungsstunden werden in einer Konferenz festgelegt und ein Betreuungsvertrag geschlossen. Die Aufnahme erfolgt – außer wenn Sie selbst bezahlen – erst nach der Kostenzusage der örtlichen Kostenträger.

Betreuungsplanung

Zwei Frauen gehen draußen spazieren

Betreut werden Sie von sozialpädagogischen Fachkräften mit Erfahrung im psychiatrischen Arbeitsfeld. Der Aufbau einer vertrauensvollen Zusammenarbeit bildet die Basis dieser Arbeitsbeziehung.


Die Anforderungen orientieren sich an Ihren aktuellen Interessen und Möglichkeiten. Die Arbeit ist von Empathie und Respekt geprägt und schafft mit Kontinuität und Klarheit Sicherheit. Der Umgang ist vorsichtig motivierend. Ihre verschütteten Fähigkeiten und Fertigkeiten werden aktiviert und neue Perspektiven entwickelt. Das Ambulant Betreute Wohnen soll Ihnen zu einem eigenständigen Leben verhelfen, das Ihren individuellen Bedürfnissen gerecht wird. Daher werden Eigeninitiative und Selbstbestimmung unterstützt.

 

Bei allen Hilfen werden nach Möglichkeit Ihre bestehenden Beziehungen und Ihr Umfeld sowie alle an der psychosozialen Versorgung beteiligten Institutionen, Dienste und Einrichtungen einbezogen. Der Zugang zu nichtpsychiatrischen Hilfen wird besonders gefördert.

 

In regelmäßigen und gemeinsamen Gesprächen über den Verlauf der Betreuung wird die Qualität der Arbeit kontrolliert und schriftlich dokumentiert. Die gemeinsamen Betreuungsplanungen setzen gegebenenfalls neue Ziele.

Betreuungsleistungen

Als Baustein im komplementären Bereich gemeindepsychiatrischer Hilfen ist das Ambulant Betreute Wohnen, sofern ausreichend, eine vorrangige Leistung zu stationär betreuten Wohnformen.

Zwei Frauen bedienen einen Geldautomaten

Die Hilfeleistung ist auf Ihren Einzelfall bezogen und orientiert sich an Ihren vorhandenen Kompetenzen unter Berücksichtigung Ihrer individuellen biographischen Entwicklung und Lebenserfahrung. Die Betreuungsintensität richtet sich nach Ihrem individuellen Hilfebedarf. Der zeitliche Umfang wird in der Regel vom Kostenträger in einem formellen Hilfeplangespräch nach der Zuordnung in eine Hilfebedarfsgruppe von 1 bis 4 festgelegt.

Die Betreuung erfolgt grundsätzlich von Montag bis Freitag im Tagdienst. Die Termine werden individuell abgesprochen und orientieren sich an den Bedürfnissen der Kunden. Das Angebot umfasst direkte, mittelbare und indirekte Leistungen.


Das direkte Leistungsspektrum:

  • Unterstützung bei Ihrer Lebensplanung und Gestaltung von Perspektiven
  • Hilfen zur Sicherung Ihrer materiellen Existenz
  • Hilfen im lebenspraktischen Bereich
  • Unterstützung im Umgang mit Ihrem sozialen Umfeld und mit der Erkrankung
  • Hilfen im Arbeitsleben