Sozialkonferenz zu Digitalisierung

(V. l.)Chefredakteur Armin Maus, Minister Hubertus Heil, Institutsdirektorin Michaela Evans, Metropolregionsgeschäftsführer Kai Florysiak, DGB-Geschäftsführer Michael Kleber, Verdi-Geschäftsführer Sebastian Wertmüller, AWO-Vorstand Rifat Fersahoglu-Weber, Ministerin Carola Reimann, Abgeordnete Christina Kampmann, Moderatorin Anne Panter und Prof. Dr. Reinhard Gerndt mit dem sozialen Interaktionsroboter Pepper.

Braunschweig. „Potenziale für soziale Innovationen? – Digitalisierung 4.0 in der Sozialwirtschaft“ war der Titel der  fünften Sozialkonferenz, die AWO, DGB und SPD in der Braunschweiger Stadthalle durchgeführt haben. 100 Teilnehmer aus Politik und Gesellschaft näherten sich dem Themenkomplex in Workshops und einer Podiumsdiskussion.

 

Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann sieht positive Aspekte in der Digitalisierung, zum Beispiel bei der Einführung der elektronischen Akte beim Landessozialamt. „Die Kommunikation in Flächenländern wird dadurch vereinfacht.“ Sie glaube nicht daran, dass der Pflegeroboter der zentrale Punkt sei, sondern die digitale Dokumentation.

 

Christina Kampmann, Sprecherin für Digitalisierung und Innovation in Nordrhein-Westfalen, sieht einen Mehrwert der Digitalisierung in der Altenpflege: „Technologien, die anzeigen können, dass in einem Bewohnerzimmer eine Tür geöffnet wird, können zu mehr Sicherheit führen.“ Allerdings berge dies auch ethische Aspekte.

 

Kai Florysiak, Geschäftsführer der Metropolregion, gab eine zentrale Frage eines Workshops wieder: „Was machen wir mit Menschen, die es nicht schafften, die Entwicklung mitzumachen?“ Sebastian Wertmüller, ver.di-Geschäftsführer Süd-Ost-Niedersachsen, ergänzte diesen Aspekt um die Frage, mit der sich ein weiterer Workshop beschäftigt hat: „Wird es durch Digitalisierung eine Leistungsverdichtung geben?“

 

Hubertus Heil, Vorsitzender des SPD-Bezirks Braunschweig und Bundesarbeitsminister träumt nach eigenen Angaben davon, „dass es einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung gibt“, also auch auf Weiterbildung in Sachen Digitalisierung, und wünscht sich eine „Bundesagentur für Arbeit und Qualifizierung“.

 

Rifat Fersahoglu-Weber, Vorstandsvorsitzender des AWO-Bezirksverbandes Braunschweig, lieferte dazu ein Beispiel: „Wir erproben EDV-gestützte Dokumentationen in der Pflege, und das ist in keinem Pflegesatz enthalten.“

 

Michaela Evans, Direktorin des Forschungsschwerpunkts „Arbeit und Wandel“, IAT Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, berichtete von Unternehmen, in denen die Mitarbeiter Ideen selbst entwickelten und die Führungkräfte erst dann die passenden Technologien auswählten, um die Ideen umzusetzen. „Und nicht umgekehrt! - Viele Führungskräfte wissen nicht, wie sie ihre Mitarbeiter mitnehmen.“

 

„Wir sind schon ein digitales Unternehmen“, sagte Rifat Fersahoglu-Weber. „Und wir machen das hierarchiefrei. Die AWO beteiligt in ihrem Innovationslabor Mitarbeiter, die gute Ideen haben, sie werden für die Weiterentwicklung freigestellt, und da ist oft kein Vorgesetzter dabei. Erst danach holen wir uns Menschen, die das für uns zur Umsetzungsreife führen.“

 

Moderater Armin Maus, Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung: „Das klingt nach einer klugen Vorgehensweise, die dem Ergebnis nur dienen kann!“

 

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