"Jetzt fehlt nur noch ein VW-Bulli!"

Feierten gemeinsam das zehnjärige Bestehen des AWO-Wohn- und Pflegeheims Goethestraße (v. l.): Ortsbürgermeister Detlef Conradt, AWO-Geschäftsfeldleiter Thorsten Planck, AWO-Einrichtungsleiter Christoph Grölz, VfL-Geschäftsführer Dr. Tim Schumacher, Oberbürgermeister Klaus Mohrs, SPD-Landtagsabgeordnete Immacolata Glosemeyer und AWO-Vorstandsvorsitzender Rifat Fersahoglu-Weber

Wolfsburg. „Dieses Haus hat eine bewegte Geschichte“, blickte AWO-Vorstandsvorsitzender Rifat Fersahoglu-Weber auf einer Feier anlässlich des zehnjährigen Bestehens des AWO-Wohn- und Pflegeheims Goethestraße zurück. „Einst war es ein Ledigenheim für VW-Mitarbeiter, jetzt leben einige der früheren Bewohner wieder hier. So schließt sich der Kreis.“

 

Nachdem das Gebäude viele Jahre der Betriebskrankenkasse Deutsche BKK gehört hatte, übernahm 2009 der AWO-Bezirksverband Braunschweig den Komplex und passte ihn den Anforderungen an ein zeitgemäßes Wohn- und Pflegeheim an. Nach anfänglichen baulichen Verzögerungen habe eine „tolle Startphase“ begonnen. „Die Menschen haben unser Haus gut angenommen“. Doch bald habe sich erstmals der Fachkräftemangel bemerkbar gemacht, die Arbeitskräfte seien lieber zu VW gegangen als zur AWO: „Zum ersten Mal haben wir gemerkt, dass wir in Konkurrenz stehen zu anderen Branchen.“ Um dem Mangel an Pflegekräften entgegenzuwirken, kämpfe die AWO seit Jahren für einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag in der Pflege.

 

Auch hinsichtlich der Einrichtungsleitung gab es zunächst Startschwierigkeiten. Mit dem heutigen Heimleiter, Christoph Grölz, sei jedoch vor Jahren Stabilität in das Haus eingezogen. „Er hat das Team verstärkt, intensive Entwicklungsarbeit geleistet und alle Anforderungen der Heimaufsicht erfüllt“, zählte der AWO-Vorstandsvorsitzende auf. Dabei habe Grölz stets den Menschen in den Mittelpunkt gestellt: Ausstattung und Gestaltung des Hauses habe er an die Wünsche der Bewohner angepasst, eine Minigolfanlage für Rollstuhlfahrer  eingerichtet und, obwohl sein Herz für Eintracht Braunschweig schlage, für die Bewohner eine enge Kooperation mit dem VfL Wolfsburg aufgebaut. Nur einen Wunsch seiner Bewohner habe er ihnen bisher noch nicht erfüllen können: einen VW-Bulli für den Garten.

 

„Dieses Haus ist ein europäisches Haus“, hob Rifat Fersahoglu-Weber abschließend hervor und spielte damit darauf an, dass viele der Bewohnerinnen und Bewohner Wurzeln in ganz Europa, vor allem in Italien, haben. „Hier wird die europäische Idee gelebt. Deshalb gehen Sie am 26. Mai zur Wahl und wählen Sie die demokratischen Parteien!“

 

Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs sagte, er habe die AWO als Träger von sozialen Einrichtungen sehr zu schätzen gelernt. „Das hängt mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen und damit, dass die AWO bereit ist, in ihre Mitarbeiter zu investieren.“ Der Mangel, dass die Menschen, die mit und für Menschen arbeiten, schlechter bezahlt werden als jene, die sich mit anderen Dingen beschäftigten, sei ein noch nicht gelöstes Problem. „Dafür brauchen wir Wohlfahrtsverbände, die einfordern, dass dieser Mangel behoben wird!“

 

Für Ortsbürgermeister Detlef Conradt ist es „ein Erlebnis, mit welcher Ruhe die Leute hier leben!“ Als Geburtstagsgeschenk werde er für einen Tag lang vorbeikommen und den Bewohnern vorlesen.

 

Für VfL-Geschäftsführer Dr. Tim Schumacher ist der AWO-Fanclub Goethe-Wölfe „der tollste Fanclub, den man haben kann!“ Der zehnjährige Geburtstag der Einrichtung sei für ihn eine Steilvorlage: „Denn wir feiern gerade zehnjährige Deutsche Meisterschaft!“ Was lag da näher, als Einrichtungsleiter Christoph Grölz ein Trikot mit der Rückennummer 10 zu überreichen.

 

AWO-Geschäftsfeldleiter Senioren & Pflege, Thorsten Planck, gab einen Überblick über die gute Auslastung, die inhaltliche Arbeit und die Personalentwicklung des Hauses wies darauf hin, dass die Einrichtung von der Heimaufsicht „die Traumnote 1,0“ erhalten habe.

 

Hausherr Christoph Grölz ging noch einmal auf die Kooperation mit dem VfL Wolfsburg ein: „Für viele Bewohner ist der VfL ein wichtiger Bestandteil ihrer Biographie. Daher ist es wichtig, dass sie bei uns nicht abgehängt werden, sondern weiter ihrem Hobby nachgehen können.“ Leben ins Haus brächten auch die Kinder aus Wolfsburger Kindertageseintrichtungen: „Die fiebern mit Vorfreude jedem Besuch bei uns entgegen.“ Kerngeschäft sei aber selbstverständlich die Pflege, und so spricht der Einrichtungsleiter seinem Team ein großes Dankeschön aus: „Sie sind das wichtigste Kapital der Einrichtung!“