Arbeitgeberverband in der Pflege wird gegründet

Rifat Fersahoglu-Weber, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes AWO Deutschland

Berlin. Mehrere große Pflegeanbieter und -Verbände unter anderem aus den Bereichen von Arbeiterwohlfahrt, Arbeiter-Samariter-Bund und der Diakonischen Dienstgeber in Niedersachsen haben sich auf die Gründung eines bundesweit zuständigen Arbeitgeberverbandes verständigt. Auch der Paritätische Gesamtverband unterstützt das Projekt. Der Verband soll durch den Abschluss eines für die gesamte Branche verbindlichen Tarifvertrages sowohl die Interessen der mehr als 1,1 Millionen Beschäftigten in der Pflege berücksichtigen, als auch den Arbeitgebern eine verlässliche wirtschaftliche Grundlage geben. Mit der neuen "Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche" (BVAP) wird die Grundlage geschaffen, um Verhandlungen mit den für die Pflegebeschäftigten zuständigen Gewerkschaften zu führen. Ziel ist es, die gefundenen Abschlüsse durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales für allgemeinverbindlich zu erklären. Bereits im Juni soll die Gründungsversammlung des neuen Verbandes stattfinden.

 

"Ein attraktiver Pflegeberuf braucht gute Arbeitsbedingungen. Der Arbeitgeberverband AWO Deutschland e. V. setzt sich deshalb seit vielen Jahren für eine stärkere Tarifbindung ein. Als Arbeitgeber sind wir uns unserer Verantwortung bewusst und wollen Pflegekräfte besser bezahlen. Der Zusammenschluss von ganz unterschiedlichen Pflegeanbietern zur BVAP zeigt, dass die Branche bereit ist, für dieses Ziel einen wichtigen Beitrag zu leisten", sagt der Vorsitzende des AGV AWO, Rifat Fersahoglu-Weber.

Nach Verlautbarungen des Bundesarbeitsministeriums sind für Ende Mai die letzten Abstimmungen über gesetzliche Änderungen im Arbeitnehmerentsendegesetz geplant, die noch vor der parlamentarischen Sommerpause umgesetzt werden sollen. Damit wäre auch der gesetzliche Weg frei für einen bundesweit geltenden allgemeinverbindlichen Tarifvertrag in der Pflege. Die BVAP möchte sich mit ihrem außergewöhnlichen Bündnis von Verbänden und Pflegeanbietern sowie den Tarifpartnern für mehr Transparenz in der Pflege einsetzen, verlässliche Bedingungen für die mehr als 1,1 Millionen Beschäftigten in der ambulanten und stationären Pflege schaffen und damit Sicherheit für die mehr als 3,4 Millionen zu pflegenden Menschen.

 


Über den AGV AWO:
Der Arbeitgeberverband AWO Deutschland e. V. (AGV AWO) vertritt die Interessen von mehr als 200 Mitgliedern, die sich aus AWO-Verbänden sowie deren Tochtergesellschaften aus dem gesamten Bundesgebiet zusammensetzen. Die Mitglieder tragen die Verantwortung für rund 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sind in allen Bereichen der sozialen Dienstleistungen aktiv. Der AGV AWO verhandelt für seine Mitglieder die dafür erforderlichen Tarifverträge und unterstützt die Unternehmen auf den Gebieten des Arbeits- und Tarifrechts. Auf europäischer Ebene ist der AGV AWO Gründungsmitglied der "Federation of European Social Employers".