Förderzentrum Lotte Lemke

Gipfelstürmer auf dem Meraner Höhenweg

Der Berg als Symbol für den Weg zu einem persönlichen Ziel taucht seit dem letzten Schuljahr als Leitbild in der Förder- und Zielplanung mit Schülern der Lotte-Lemke-Schule auf. Der Berg, an dessen Gipfel man ein Ziel erreicht hat. Der Weg dorthin ist oft beschwerlich und es gilt, manche alte Angewohnheit zu überdenken und Neues zu erlernen.

Die Gruppe beim Wandern

Ganz konkret wurde dieser Weg nun für 12 Schülerinnen und Schüler der Lotte-Lemke-Schule, die dank der Unterstützung der „Richard Borek Stiftung“ und der „Mehr Aktion für Kinder und Jugend e.V.“ eine zehntägige Wanderung entlang des Meraner Höhenweges in Südtirol/Italien unternehmen konnten. Die Teilnehmer/innen des Projektes mussten dabei bereits im Vorfeld unter Beweis stellen, dass sie im Stande sind, ihre Ziele ehrgeizig zu verfolgen. So gab es verschiedene Auflagen, deren Einhaltung Grundvoraussetzung für die Teilnahme waren. Dazu zählten regelmäßiger Schulbesuch, keine Straffälligkeit oder Gewalttätigkeiten und eine engagierte Mitarbeit in der Schule. Mit der Motivation „Wandern“ im Hinterkopf gelang es 12 Bewerbern, diese Kriterien zu erfüllen. So ging es bei strahlendem Sonnenschein auf der Autobahn gen Süden.

Gruppenfoto

Hinter München tauchten die ersten Berge auf und ließen Alle die folgenden zehn Tage nicht mehr los. Ob die 1000 Stufen einer gleichnamigen Schlucht oder die „Taufenscharte“, ein steiler Anstieg über 600 Höhenmeter – körperliche und psychische Grenzgänge verbunden mit malerischer Aussicht werden allen Teilnehmern in Erinnerung bleiben. Tagsüber galt es für alle Teilnehmer mit 15 Kilo Gepäck auf dem Rücken und (meist) der Sonne im Gesicht die Tagesetappe bis zur nächsten Unterkunft zu bewältigen. Abends bot sich in den gastfreundlichen Hütten die Möglichkeit, einander besser kennen zu lernen und das soziale Beisammensein zu üben.

Ein Teil der Gruppe auf dem Gipfel

Jeder nimmt wohl etwas anderes mit von diesem Abenteuer. Vielleicht die Erfahrung echter Hilfsbereitschaft, wenn der Rucksack bei Erschöpfung von einem Mitschüler getragen wird. Vielleicht die Liebe zu den Bergen und zum Wandern. Vielleicht das Beisammensein in den Hütten. Vielleicht auch nur einen kleinen Stein. Die Erfahrung aber, es auf den Gipfel geschafft und ein Ziel erreicht zu haben, verbindet alle Teilnehmer/innen dieses erfolgreichen Projektes. Nun gilt es, diese Erfahrung auch im Alltag zu nutzen.

Andreas Büsching

Förderschullehrer und Wanderer
an der Lotte-Lemke-Schule
Braunschweig im August 2012